Skandal um Papst Bergoglio bahnt sich an – »Er muss damit rechnen, einen Faustschlag zu bekommen«

(hpd) Papst Jorge Mario Bergoglio hat mit Aussagen auf einer Pressekonferenz auf dem Weg nach Manila für einen Skandal gesorgt. Über die Grenzen der Meinungsfreiheit philosophierend tätigte er Aussagen, die zumindest als Verständnis für wenn nicht als Aufforderung zu Gewalt verstanden werden können. Das berichten übereinstimmend französische und italienische Medien.

papst_bergoglio_fransziskus“Wenn Dr. Gasbarri, ein guter Freund, schlecht über meine Mutter redet, muss er damit rechnen, einen Faustschlag zu bekommen”, sagte Papst Jorge Mario Bergoglio auf einer Pressekonferenz während seines Flugs nach Manila. “Aber das ist normal.” Und er wiederholte diese Aussage, wie die französische katholische Tageszeitung “La Croix” hervorhebt. Die renommierte italienische Tageszeitung “Corriere della Serra” zitiert Bergoglio ebenfalls mit diesen Worten.

Es sind Worte, die das Zeug haben, einen Skandal auszulösen. Sie fielen nicht in irgendeinem Zusammenhang. Sie waren Teil einer Antwort auf die Frage, welche Grenzen die Meinungsfreiheit habe. Diese sei ein Recht, sagte Bergoglio – und eine Verpflichtung – aber “ohne zu beleidigen”, sagte Bergoglio. Und verlieh seinem Bedauern über eine Mentalität Ausdruck, die seiner Meinung nach Religion wie eine Subkultur betrachte. Zwar bekräftigte er, dass im Namen der Religion niemals Gewalt ausgeübt werden dürfe. Im Namen Gottes zu töten sei ein Gräuel.

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Charlie – une bande d’athées

„À Charlie Hebdo, nous sommes une bande d’athées. On respecte les croyances, mais on attaque les fanatiques.“

„Wir bei Charlie Hebdo sind ein Haufen Atheisten. Wir respektieren zwar den Glauben, attackieren aber alle Fanatiker.“
Cabu, 2012 in einem Interview mit lepoint.fr

Atheisten, Agnostiker, Laizisten – in den Aufzählungen der Opfer fehlen sie. Eine Erwähnung ist in den meisten Fällen auch gar nicht angebracht – es sei denn sie werden vorsätzlich oder fahrlässig ausgespart. Dann wird damit ihre Existenz negiert.

Die mediale und politische Verarbeitung der Terroranschläge in Paris ist zu einem guten Teil beschämend. Sie ist geprägt von Slacktivism, religiöser Überblendung und Vereinnahmung bis hin zur üblichen Hebelung politischer Vorhaben im Anlassfall. Das soll nicht heißen, dass alles, was jetzt in der gesellschaftlichen und politischen Verarbeitung folgt, verwerflich ist. Sich mit “Je suis Charlie” zu solidarisieren ist legitim – bei manchen ist es eben sehr aufgesetzt (siehe dazu “Ihr seid Charlie, wirklich?” von Jérôme Segal). Die Retter der Meinungsfreiheit waren auch schon einmal weniger, aber es ist erfreulich, wenn manche umdenken. Politische Forderungen aufzustellen und gesetzliche Änderungen anzustreben, ist auch per se nicht falsch und religiöse Anteilnahme darf selbstverständlich auch sein. Wie so oft ist alles eine Frage der Dosis. Und wenn bei gewissen Überdosierungen wesentliche Aspekte verdunkelt werden, dann kann auch das nicht unwidersprochen bleiben.

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Charlie Hebdo

Un hommage à la liberté

… et à tous ceux qui, hier, ont perdu la vie
au nom de la liberté d’expression
et au nom de notre liberté à tous

A tribute to freedom

… and to all those who lost their lives yesterday 
in the name of the freedom of expression
and in the name of the freedom of us all

—•—

Liberté • Égalité • Dessinez • Écrivez

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2015-01-08_20-36-50

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Erste deutsche Übersetzung des UN-Berichtes über die Rechte des Kindes

Der Kinderrechtskomitee der UNO erhebt schwere Vorwürfe gegen die katholische Kirche. Bis heute habe der »Heiliger Stuhl« das Ausmaß an Kindesmissbrauch und struktureller Gewalt an Kindern nicht anerkannt und setze Kinder bis heute einem »hohen Risiko« aus.

Die Übersetzung dieses UN-Berichtes ist eine Initiative von:

Die vorliegende Übersetzung wurde in Einklang mit den Empfehlungen des Ausschusses für die Rechte des Kindes erstellt, für eine möglichst weite Verbreitung des Übereinkommens, seines Inhalts und der periodischen Staatenberichte in verschiedenen Sprachen Sorge zu tragen.

© United Nations (for the original text)
Genehmigung zur Übersetzung: Vereinte Nationen (New York)
März 2014

Nichtamtliche Übersetzung • Unofficial translation
Die Verantwortung für die Übersetzung liegt alleine
bei www.betroffen.at und www.konfessionsfrei.at

Originalbericht in Englisch: UN-Bericht CRC_C_VAT_CO_2_16302 [EN]
Erste von den Vereinten Nationen genehmigte deutsche Übersetzung: UN-Bericht CRC_C_VAT_CO_2_16302 [DE]

Siehe auch:
UNO: Kirche setzt Kinder »hohem Risiko« aus – von Christoph Baumgarten

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IGK fordert einheitliches Religionsgesetz

Plakat in Wien, Foto: © Frank Nicolai

Plakat in Wien, Foto: © Frank Nicolai

WIEN. (hpd/igkDie österreichische Bundesregierung plant, das Islamgesetz zu novellieren. Die Initiative gegen Kirchenprivilegien (IGK) sieht das als halben Schritt und fordert eine umfassende Reform der chaotischen österreichischen Religionsgesetze.

“Das Islamgesetz von 1912 ist mehr als reformbedürftig”, sagt Sepp Rothwangl von der Initiative gegen Kirchenprivilegien. “Es lässt viele Fragen offen – und es privilegiert die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich”.

Denn mit den Aleviten und den Schiiten gibt es mittlerweile bereits mehrere anerkannte islamische Glaubens- bzw. Bekenntnisgemeinschaften nach dem Anerkennungsgesetz. Diese würden von einer Gesetzesreform nicht erfasst werden können, was die Frage aufwerfe, inwiefern eine Gesetzesreform im derzeitigen rechtlichen Rahmen überhaupt sinnvoll sei. Continue reading

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Sterbehilfe: “Nein!” zur geplanten Verfassungsmanipulation

Symbolbild / Foto: Verena N. (pixelio)

Symbolbild / Foto: Verena N. (pixelio)

WIEN. (hpd/ripAnders als in Belgien, den Niederlanden, Luxemburg und der Schweiz, kennt die österreichische Rechtsordnung in Sachen Sterbehilfe nur eines: Verbote. Das Vorhaben der alt-neuen Regierung, ein Verbot der Sterbehilfe nun auch in die Verfassung zu schreiben, soll jetzt diese Thematik dem politischen Diskurs endgültig entziehen.

Schnell, solange eine parlamentarische Mehrheit für dieses fromme Vorhaben noch vorhanden ist, versteht sich.

Als Antwort auf dieses undemokratische Vorhaben einer Regierung, die sich offensichtlich vom derzeit in Ungarn oder Kroatien gelebten Parlamentarismus inspirieren lässt, startete die “Initiative Religion ist Privatsache” eine Aktion, die nicht nur die fromme Verfassungsmanipulation vereiteln, sondern zusätzlich zur Legalisierung des noch immer verbotenen assistierten Suizids führen soll. Continue reading

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Buchrezension: „Der Ethikunterricht in Österreich: Politisch verschleppt – pädagogisch überfällig!“

ethik_bucher[RiP] Anton A. Buchers Büchlein – anders kann man diese nach Abzug des Inhaltsverzeichnis-ses, der Erläuterungen, Leerseiten und grafischen Darstellungen diverser Statistiken, nicht einmal 100 Seiten umfassende Schrift, kaum nennen – ist weder ein Sachbuch noch eine Studie. Es entspricht auch keinem anderen geläufigen Schema. Es ist das erste Beispiel für eine neugegründete Schrift-Gattung, nämlich der Protestnote in Buchform.

In zehn knappen Kapiteln schafft der aus der Schweiz stammende Religionspädagoge die gesamte Geschichte des Ethikunterrichts in Österreich zumindest ansatzweise zusammenzufassen, auf die Grundproblematik des Ethikunterrichts als Ersatzpflichtfach zum Religionsunterrichteinzugehen und abschließend zu skizzieren, wie es aktuell um den Ethikunterricht aus politischer Sicht bestellt ist. Doch darum geht es Bucher, der sich wie kaum ein anderer mit der Evaluierung des Ethikunterrichts in Österreich befasst hat, eigentlich gar nicht. Der Theologe und Religionspädagoge ist nämlich ein brennender Verfechter eines verpflichtenden Fachs „Ethik und Religionen“ und er macht auch daraus keinen Hehl. Ihm geht es, man kann es kaum fassen, nicht um die Frohbotschaftsverkündigung auf Staatskosten sondern um die Förderung einer weitgehend von Ideologie und Wahrheitsanspruch befreiten ethischen BILDUNG (und nicht ERZIEHUNG) der Heranwachsenden. Umso verständlicher wird vor diesem Hintergrund die zur Schau getragene Frustration Buchers ob der Tatsache, dass 15 Jahre nach seiner Einführung als Schulversuch es noch immer nicht gelungen ist, den Ethikunterricht ins Regelschulwerk zu überführen. Continue reading

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Jahresrückblick 2013

Jänner: Die „Initiative Religion ist Privatsache“ bringt eine Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof zum Verhältnis Staat/Kirche in Österreich ein.

Februar: Die „Initiative Religion ist Privatsache“ sieht in der Ankündigung der Bundesjustizministerin, nur eine Stiefkindadoption zuzulassen, eine Form des Amtsmissbrauch, konkret: Konservativ-klerikale Kumpanei.

März: Aus für den Ethikunterricht? Falsch gefragt!

April: Das Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien ist gescheitert. Wirkliche Enttäuschung klingt aber anders.

April: Anlässlich der bevorstehenden Ministerratsentscheidung zur flächendeckenden Einführung eines „Strafethikunterrichts“ für alle Schüler der Sekundarstufe II, die den Religionsunterricht nicht besuchen, übermittelte die „Initiative Religion ist Privatsache“ Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) ein brisantes Positionspapier.

Mai: An einer Volksschule in Wien mussten nach dem Protest der Mutter einer Schülerin die Kreuze in allen Klassenzimmern entfernt werden, da weniger als 50 Prozent der Schüler “als Christen gemeldet” sind.

Oktober: Eine konservativ-religiöse Lobby hat am Dienstag im EU-Parlament ein Papier zu Fall gebracht, das Frauen in der EU einen Zugang zu sicherem und legalen Schwangerschaftsabbruch hätte erleichtern können. In der Wahl der Mittel waren die Lobbyisten wenig zimperlich. Getarnt als Bürgerinitiative setzten sie EU-Parlamentarier gezielt unter Druck. Narrenfreiheit für religiöse Lobbyisten?

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Narrenfreiheit für religiöse Lobbyisten

Foto: © European Union 2013 - European Parliament (CC BY-NC-ND 2.0)

Foto: © European Union 2013 – European Parliament (CC BY-NC-ND 2.0)

WIEN. (hpdEine konservativ-religiöse Lobby hat am Dienstag im EU-Parlament ein Papier zu Fall gebracht, das Frauen in der EU einen Zugang zu sicherem und legalen Schwangerschaftsabbruch hätte erleichtern können. In der Wahl der Mittel waren die Lobbyisten wenig zimperlich. Getarnt als Bürgerinitiative setzten sie EU-Parlamentarier gezielt unter Druck.

Es war ein knappes Votum. 351 EU-Parlamentarier stimmten Dienstagmittag in Straßburg dafür, den so genannten Estrela-Bericht an den Frauenausschuss des EU-Parlaments zurückzuschicken. 319 stimmten dagegen, 18 enthielten sich der Stimme. Weit weniger deutlich, als die radikalen Abtreibungsgegner hinter der „Europäischen Bürgerinitiative“ namens „One of us“ der Öffentlichkeit weismachen wollen. „Mit überwältigender Mehrheit stimmten die Abgeordneten für die Vertagung und die Rückverweisung. Die Abstimmung ist ein klares Zeichen, dass die Mehrheit der Abgeordneten den radikalen Auffassungen der Sozialistin Edite Estrela, die den Bericht verfasst hatte, nicht folgen will“, heißt es auf der Homepage des deutschen Ablegers. Continue reading

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Vergangenheit hat Zukunft

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Foto: ÖVP

WIEN. (hpd„Willkommen Zukunft“ lautet der Wahlkampfslogan der christsozialen ÖVP für die Nationalratswahl am kommenden Sonntag. Ein Slogan, den die Partei selbst nach Kräften konterkariert. Mit einer Vielzahl von Signalen versucht sie, die klerikal-konservative Kernwählerschaft zu mobilisieren. Inklusive Kandidatur einer katholisch-fundamentalistischen Netzwerkerin, wie der hpd exklusiv berichtet.

Gudrun Kugler-Lang ist eine Frau für den Hintergrund. Man wird sie nicht sehen, wie sie vor Kliniken für Schwanger­schafts­abbrüche steht und Frauen terrorisiert, die dort hineingehen. Man wird sie auch nicht sehen, wie sie bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit Plastik­föten vor sich schwenkt. Man wird vermutlich auch nicht hören, dass sie öffentlich von einem „Babycaust“ spricht. Derart laute Töne liegen ihr nicht. Continue reading

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