Kampagne zur Religionsfreiheit startet

Buskampagne 2010derStandard: Vergangenes Jahr sorgte die Kampagne “Es gibt keinen Gott” für Wirbel. Nun startet die Fortsetzung. Aber auch diesmal wird die Kampagne nicht auf den Bussen öffentlicher Verkehrsmittel zu sehen sein, etat.at berichtete. Die geplante Durchführung im September wurde von den Verkehrsbetrieben in Wien, Graz, Innsbruck, Salzburg und Linz verhindert, so die Verantwortlichen. Ab Donnerstag ist die Kampagne nun auf City Lights in Wien zu sehen. Gezeigt werden zwei Kinder, die – angesichts der Religionsfreiheit – die Forderung stellen: “Lasst uns selbst entscheiden!”. Das Sujet gibt es auch in türkischer Sprache und wird zum Beispeil vor dem Parlament affichiert. Die Abwicklung und Umsetzung erfolgt durch Super-Fi. Zum Einsatz kommen neben City Lights auf Printanzeigen und Social Media-Aktivitäten.

“Privatsache der Eltern”

Die Kampagne soll darauf aufmerksam machen, dass es Privatsache der Eltern sei, ihren Kindern eine religiöse oder nicht-religiöse Weltanschauung zu vermitteln, “dies ist nicht Aufgabe von Bund, Ländern und Gemeinden, von Kindergärten oder Schulen”.

“Im besten Fall erziehen Eltern ihre Kinder zu mündigen Menschen, die selbst entscheiden können, ob und was sie glauben wollen. Der bewusste Eintritt in eine Religionsgemeinschaft kann daher frühestens mit 14 Jahren erfolgen, und nicht automatisch (je nach Konfession) durch Geburt oder Taufe oder andere Rituale, die an Neugeborenen vorgenommen werden”, argumentiert der Verein “Die Konfessionsfreien”. Niko Alm von Super-Fi: “Kein Mensch würde auf die Idee kommen analog dazu Kinder als kommunistisch, christlich-sozial, grün, liberal etc. zu bezeichnen, nur weil Eltern die politische Gesinnung bis zum Wahlalter festlegen können.” 

Die Kampagne richte sich “gegen den starken und keineswegs zeitgemäßen Einfluss der Religionen auf Politik und Verwaltung, nicht jedoch gegen einen privaten religiösen Glauben”, so die Verantwortlichen. (red)

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