Religionsunterricht: Alle dürfen mitreden – nur die Betroffenen müssen schweigen. Eine Satire.

Die für kommendes Jahr geplante parlamentarische Enquete zum Religionsunterricht für alle SchülerInnen, die nicht am Philosophieunterricht teilnehmen, wird ohne VertreterInnen der sechs Millionen Religiösen stattfinden. Vertreter beider großen christlichen Religionen fühlen sich »vor den Kopf gestoßen« und sprechen von einer Farce.

Am 1. April 2012 will der Nationalrat den Weg freimachen für einen verpflichtenden Religionsunterricht für alle SchülerInnen, die nicht am Philosophieunterricht teilnehmen. Vertreter von Wissenschaft, Philosophie und Kunst sind eingeladen, nur die Betroffenen lasse man nicht zu Wort kommen.

»Dazu kommen die Lehrbücher und -pläne für den Religionsunterricht, wo viel über Geschichte drin steht und wenig über konfessionelle Inhalte«, meint ein Kirchenvertreter. »Ich fühle mich ehrlich gesagt vor den Kopf gestoßen. Der verpflichtende Religionsunterricht soll offenbar über die Betroffenen hinweg einfach durchgepeitscht werden.« Für ihn sehe die Tagesordnung so aus, als hätte sie der Chefatheist Europas, Michael Schmidt-Salomon, persönlich geschrieben. Die Sache ist eindeutig: Der Religionsunterricht soll ein Philosophieunterricht für getaufte Kinder durchs Hintertürl sein.«  

Das würden auch die bisherigen Beispiele aus dem Schulversuch belegen: »Die Lehrbücher werden von atheistischen Philosophen geschrieben, PhilosophInnen mit Schnellsiedeausbildung treten als ReligionslehrerInnen auf und nebenbei wird so getan, als sei jeder, der keinen Philosophieunterricht besucht hat, nicht zu moralischem Handeln fähig. Das ist beleidigend.«

Der Kirchenvertreter, der ungenannt bleiben will, sieht in der Vorgangsweise eine Bestätigung, dass das Volksbegehren gegen Philosophieprivilegien notwendig ist: »Der staatlich finanzierte Philosophieunterricht reicht offenbar nicht. Jetzt soll ganz offen der Einfluss des Bildungswesens auf die Religionsgemeinschaften weiter ausgedehnt werden. Das allein zeigt, wie notwendig eine religiöse Führung des Staates ist.«

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