Der Heiligenschein ist ab: Kirche lässt abtrünnige Schäfchen massenweise exekutieren.

Keine Gnade: Allein 2009/10: 57.935 Klagen, 21.827 Exekutionen.

Lt. einer aktuellen parlamentarischen Beantwortung hat die röm. kath. Kirche 2009 und 2010 gegen 57.935 Personen Klage geführt, gegen 21.827 wurde dabei eine Exekution eingeleitet. In den allermeisten Fällen ging es dabei um die Kirchensteuer. “Während Kardinal Schönborn sich im Missbrauchsskandal auf Verjährung beruft und Betroffene kirchlicher Gewalt mit Almosen abgespeist werden, kennt die Kirche beim Eintreiben der Kirchensteuer keine Gnade: schon wegen geringer Euro-Beträge geht sie gegen ihre Mitglieder gerichtlich vor und schreckt auch vor Exekutionen nicht zurück” zeigt sich Sepp Rothwangl, Sprecher der Plattform Betroffener Kirchlicher Gewalt, verärgert.

Kirchensteuer: Ein Privileg aus der NS-Zeit
Die Kirchensteuer (“Kirchenbeitrag”) wurde am 1. Mai 1939 vom damaligen Reichsstatthalter in Österreich in Kraft gesetzt. Die Kirche profitiert auch heute noch von dieser Vereinbarung zwischen dem nationalsozialistischen Regime und der Kirche. Auf Basis dieser Übereinkunft unterstützt der Staat die Kirche bei der Einhebung der Kirchensteuer, indem er seine behördliche Infrastruktur in einer beispiellosen Bevorzugung einer privaten Glaubensgemeinschaft zur Verfügung stellt und Zugang zu Meldedaten gewährt, alles auf Kosten der Steuerzahler. Kirchenbeiträge sind überdies auf Kosten der Allgemeinheit steuerlich absetzbar: eine unzumutbare Bevorzugung einer Institution, die durch den Missbrauchsskandal jeden moralischen Anspruch verloren hat.

Kirche erhält Zugang zu Meldedaten
Nun wurde auch noch bekannt, dass die Kirche massenweise Klagen gegen ÖsterreicherInnen durchführt, die aus persönlichen Gründen dieses System nicht mehr finanzieren möchten. “Möglich ist dies nur, weil die Kirche als Sonderprivileg Zugang zu amtlichen Meldedaten hat“. Wohl kein anderer Verein in Österreich klagt seine Mitglieder, wenn sie sich mit dem Vereinsinteresse nicht mehr identifizieren können. Jeder andere Verein würde sich überlegen, ob sein Angebot noch zeitgemäß oder seine moralische Integrität noch intakt ist” so Rothwangl weiter. Um Privilegien wie den Zugang zu Meldedaten der Kirche in Hinkunft zu verwehren, wurde nun ein Volksbegehren gegen kirchliche Privilegien aufgelegt: www.kirchen-privilegien.at

Aus aktuellem Anlass bietet die Initiative “Ein Recht für Alle – die Initiative gegen Kirchenprivilegien”, den Betroffenen kirchlicher Habgier eine Vernetzungsmöglichkeit. “Denn es ist so wie bei den Betroffener kirchlicher Gewalt. Jede/r glaubt sie/er ist ein Einzelfall, dabei hat Gewalt in der Kirche System” so Rothwangl abschließend.

Quelle: http://www.kirchen-privilegien.at/archives/450

Dazu zwei Betroffene:

“Ich wurde vor Jahren wegen Nichtzahlung der Kirchensteuer geklagt, weil ich irrig annahm, wenn man nie welche bezahlt hat und sich in Gemeinde am Meldezettel mit O.R.B. anmeldet, wäre man nicht mehr kirchensteuerpflichtig. Bei der Verhandlung sagte der Anwalt der Kirche wortwörtlich: “Warum zahlen sie die Kirchensteuer nicht? Wollen sie nicht in den Himmel kommen?” Meine Tochter, nun im Ausland, und stand offensichtlich unter der selben irrigen Annahme wie ich seinerzeit und wurde jüngst mit Mahnschreiben und Zahlungsaufforderungen (über ca. € 400.-) überhäuft. Als sie deshalb vorige Woche die Kirchenbeitragsstelle anrief und sich nicht zahlungsbereit zeigte, weil sie nicht gefragt wurde, ob sie als Kind getauft werden wolle und selbst nie etwas mit der Kirche zu tun hatte, argumentierte sie, die Kirche solle die Forderung an ihre Eltern stellen.  Man gab ihr darauf in der Beitragsstelle folgende Antwort: “Sie sind mit der Taufe Mitglied der Kirche geworden, weil ihre Eltern sie taufen ließen, auch ohne sie zu fragen. Man hat sie schließlich bei der Geburt ja auch nicht gefragt, ob sie österreichische Staatsbürgerin werden wollen”. Eine starke Sache nicht?
Die Moral von der Geschichte: Die Eltern sollten bedenken, was sie Ihren Kindern mit der Taufe antun. Sollte meine Tochter wirklich geklagt werden und zahlen müssen, so werde ich freilich den Schaden, den ich ihr als Elternteil mit der Taufe und der daraus erfolgten Kirchensteuer angetan habe, reuig ersetzen.”

“Mir wird schlecht. Ich bin Februar 1993 ausgetreten, und kaum fing das Sommersemester an, hatten meine Mutter und ich die Keileranrufe von Mrs Kirchenbeitragsstelle: Dass ich sofortigstens die aktuelle Inskrptionsbestätigung schicken “muuuuuhss”, ansonsten “muuuuuuhs” sie mir Kirchenbeitrag verrechnen. Dem Argument, dass sie mir sowieso keinen Beitrag verrechnen kann, weil ich nicht mehr Mitglied bin, folglich brauch ich keinen Studiennachweis bringen, war sie nicht zugänglich. Drohung an meine Mutter: dann wird halt ihr Kirchenbeitrag willkürlich hinaufgesetzt. Der Tanz ging so lang, bis meine Mutter sich doch auch überwunden hat auszutreten.”

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