Beschneidungsverbot: Jetzt auch Verbot der Schulbeichte verlangt

Niko Alm

Niko Alm

(Wien, 29.6.12, PUR) Das religiös motivierte Beschneidungsritual stellt einen massiven Eingriff in die körperliche Unversehrtheit eines Kindes dar.

“Es ist eine Körperverletzung und darf nicht an unmündigen Buben durchgeführt werden“, sagt Niko Alm von der Initiative gegen Kirchenprivilegien. “Jeder kann sich nach der Volljährigkeit freiwillig dazu entscheiden.“ Ebenso wie die weibliche Genitalverstümmelung unter Strafe gestellt wurde, sollte daher auch die Beschneidung von Buben geahndet werden. “Denn Aufgabe des demokratischen Staates ist es, die körperliche Unversehrtheit der BürgerInnen zu bewahren“, so Alm weiter.

Beichte manipuliert Kinderpsyche

Ebenso stellt die Beichte einen massiven Eingriff in die kindliche Psyche dar, der noch dazu nicht von Psychotherapeuten, sondern von – oft sogar einschlägig auffälligen –  Priestern durchgeführt wird, basierend auf einem 2000 Jahre alten und längst überkommenen Weltbild.

Der Grundgedanke der Religionsfreiheit schließe auch mit ein, dass niemand zu einer religiösen Handlung gezwungen werden könne. “Die Beichte impft bereits kleinen Kindern den katholischen Schuldkomplex ein. Es stellt sich die Frage, ob eine solche erzwungene Teilnahme an religiösen Ritualen nicht äußerst problematisch ist“, sagt Alm.

Ebenso wie nur mündige Erwachsene sich zu einer politischen Partei bekennen können, sollten auch religiöse Rituale, wie etwa die Taufe,  frühestens ab 14 Jahren durchgeführt werden.

http://www.kirchen-privilegien.at/archives/1740

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5 Responses to Beschneidungsverbot: Jetzt auch Verbot der Schulbeichte verlangt

  1. Wolfgang says:

    Ich (als Atheist) halte diese Ausführungen teilweise für problematisch. Was bedeutet “die Taufe SOLLTE frühestens ab 14 Jahren durchgeführt werden”? Ist das ein Schrei nach einer gesetzlichen Regelung? Oder nur eine moralische Forderung? Eine Taufe im Säuglingsalter hat keine unmittelbaren negativen Folgen für das Kind. In der Praxis ist die Kindestaufe ein Ritual, das mehr für die Eltern als für das Kind gedacht ist. Welches Menschenrecht, das über der Religionsfreiheit der Eltern steht, sollte da jetzt verletzt werden, und mit welchem Recht glaubt der Herr Alm sich da einmischen zu können? Eltern haben das Recht ihre Kinder nach Gutdünken zu erziehen, und wenn das Religion miteinschließt sei es so. In diesem Fall sollte man eher nach einer besseren Bildung schreien (z.B. Philosophie als Pflichtfach in der Schule – z.B. ab dem 5. Jahr) als nach Verboten!

    • Wolfgang sagt am 29.06.12: “Eine Taufe im Säuglingsalter hat keine unmittelbaren negativen Folgen für das Kind. In der Praxis ist die Kindestaufe ein Ritual, das mehr für die Eltern als für das Kind gedacht ist. Welches Menschenrecht, das über der Religionsfreiheit der Eltern steht, sollte da jetzt verletzt werden, und mit welchem Recht glaubt der Herr Alm sich da einmischen zu können?”

      Ein seltsamer “Atheist”, so seltsam, dass Sie kein echter Atheist sein können! Niko Alm hat Recht. Und eine “Taufe im Säuglingsalter hat” unmittelbare negative “Folgen für das Kind”. “In der Praxis ist die Kindestaufe ein Ritual, das mehr für” das Kind “als für” die Eltern “gedacht ist”.

      “Welches Menschenrecht, das über der Religionsfreiheit der Eltern steht, sollte da jetzt verletzt werden?”

      Das Recht eines Kindes, sich frei von religiöser Fremdbestimmung und frei von religiös motivierter epigenetischer Zerstörung der Autonomie entwickeln zu dürfen! (Von der religiös motivierten körperlichen Verstümmelung des Kleinkindes rede ich jetzt gar nicht.)

      PS: Kinder sind NICHT das totale Eigentum von Eltern und Kirche!

      • Wolfgang says:

        Ahja, jetzt geht’s schon ad hominem, das Nieveau hier wird immer tiefer…

        Liest du mal die EMRK steht dieses “Menschenrecht”, das du da konstruierst _nirgends_. (Gegenbeweis?)

        Was du forderst, läuft darauf hinaus, dass der Staat die weltanschauliche Erziehung eines Kindes übernehmen soll, wenn die der Eltern irgendwem nicht “passt”. Das gibt’s schon in einigen Ländern, wie z.B. in China. Ich glaube nicht, dass etwas derartiges irgendwer wollen kann, Atheist oder nicht.

        Ich sagte “keine unmittelbaren negativen Folgen”, weil ich auch genauso erfahren musste, dass sich aus der Überschüttung meines Kopfes mit Wasser seltsamerweise die Rechtsfolge meiner Mitgliedschaft in der katholischen Kirche ergeben hatte. Natürlich ist DAS nicht unbedingt eine gute Sache – erledigt sich mit einem Besuch beim Magistrat auch.

        Natürlich sind Kinder nicht das “totale Eigentum der Eltern”. Das heißt aber nicht, dass sich bei Bagatellfällen wie der Wahl des weltanschaulichen Systems jetzt jeder einmischen kann. Auf solche Mittel zurückzugreifen halte ich für höchst unethisch und gar nicht erforderlich, speziell da mit genug Bildung sowieso die Religionsgemeinschaften in ein paar Generationen auf die erforderliche Größe und einen erträglichen Einflussbereich zurückschrumpfen werden.

        • “Ahja, jetzt geht’s schon ad hominem, das Nieveau hier wird immer tiefer…”

          Ein persönlicher Angriff war das nicht, obwohl tiefes Niveau mitunter erfrischend ehrlich sein kann.

          (Der UN-Menschenrechtsrat stellt die Scharia unter Schutz und den Schutz religiöser Gefühle über die Meinungsfreiheit. In Wahrheit müsste die Mehrzahl der in diesem Gremium vertretenen Staaten menschenrechtlich gegen sich selbst antreten: Diktaturen ohne Menschenrechte wie China (5000 Hinrichtungen 2010), Russland und die islamischen Gottesstaaten Pakistan und Saudi-Arabien.)

          Der Europäische Gerichtshofs für Menschenrechte, der EGMR, ist auch nicht besser als der UN-Menschenrechtsrat; das Urteil des EGMR 2011 zu Kreuzen in staatlichen Schulen Italiens ergibt das gleiche Bild: Religion wird über Demokratie, Menschenrechte und Meinungsfreiheit gestellt.

          Dem österreichischen Staat geht die weltanschauliche Erziehung eines Kindes laut Schulgesetz sehr wohl was an: Bundes-Verfassungsgesetz (BVG), Art. 14, zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 31/2005, (5a): “… an den sozialen, religiösen und moralischen Werten orientiert …”
          Hier ist eine entsprechende Verfassungsänderung vorzunehmen: … an den sozialen und ethischen Werten orientiert …

          “Bagatellfällen wie der Wahl des weltanschaulichen Systems”

          Das wandert bei Kleinkindern unhinterfragt ins Unterbewusstsein und unterwandert die Selbstbestimmung: einem Kleinkind Angst vor der “Strafe Gottes” zu machen, damit es lebenslänglich von dieser künstlich-verlogenen Fremdbestimmung nicht mehr loskommt.

          “Religionsgemeinschaften in ein paar Generationen auf die erforderliche Größe und einen erträglichen Einflussbereich zurückschrumpfen werden”

          Dein Wort in “Gottes” Ohr.

      • Wolfgang says:

        Hi…
        Ich hab nocheinmal über meinen Kommentar nachgedacht – ich hab in der Aufregung ein paar Wörter ausgelassen, aber ich denke mal ich muss das nicht detailliert ausführen. Was ich aber korrigieren möchte, ist mein schlechtes Beispiel mit “China”. Das bessere Beispiel sind alle Länder mit Scharia-Recht (also Islamisten und so). Das brauchen wir schon in dieser Form gar nicht, auch nicht mit Katholizismus oder jeglicher anderen Geisteshaltung (z.B. Atheismus)

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