Religions- und Ethikunterricht: Gleichwertige Alternativen? Aufzeichnung der Podiusmdiskussion

This entry was posted in Ethikunterricht and tagged , , , , , , , . Bookmark the permalink.

2 Responses to Religions- und Ethikunterricht: Gleichwertige Alternativen? Aufzeichnung der Podiusmdiskussion

  1. Renate says:

    Danke, Herr Prof. Liessmann!!!
    —————————————-
    An Frau Schaffelhofer:
    “Interessanterweise” haben die tiefst-katholischen SchulkollegInnen mein Kind schon in der Volksschule und auch noch in einer höheren Schule gemobbt und provoziert ohne Ende. Und mein Kind hat denen definitiv nichts getan. Es war ruhig und schüchtern, später gesundheitlich angeschlagen. Auch ein Nicht-Reagieren hinderte die Provokateure nicht, Hochnäsigkeit vorzuwerfen und eine Verletzung durch einen spitzen Wurfgegenstand zu erzeugen. (Natürlich habe ich mein Kind in jeder Hinsicht unterstützt, zunächst entschuldigend wegen diverser Probleme der Akteure aber dann konnte ich meinem Kind nicht mehr zumuten, die Erziehungsfehler von anderen Eltern ertragen zu müssen und bin entschieden dagegen aufgetreten.) Die Unbeteiligten (auch SchülerInnen des kath. Religionsunterrichts) haben sich niemals dagegen gestellt. Was haben die bis dahin 14-15jährigen im Religionsunterricht gelernt??? Wozu also 2 Stunden durch den Staat bezahlte Religionsstunden pro Schuljahr?. Wozu wohl brauchen wir noch extra bezahlte Schulstunden (ja, diese Schulstunden gibt es bereits), die sich “Soziales Lernen” etc. nennen, wo nach Meinung der Religionen die Werteerziehung im Religionsunterricht ach so gut funktioniert?
    Jeglicher konfessioneller Religionsunterricht führt m.E. tatsächlich zu neuen Problemen, denen sich dann die Verantwortlichen (Lehrer, Eltern) nicht stellen – bzw. nicht stellen wollen. Solange ein großer Teil der Menschen zu feig ist, Stellung zu beziehen, ist folgende Frage erlaubt: Kommt dies vielleicht aus der jaherhunderte-jahrtausende-langen Unterdrückung durch Alleinherrscher (Habsburger Kaiserhaus, katholisches Monarchentum, das sich mit den Machthabern bestens arrangiert hat. Zwangskatholizierungen, Hexenverbrennungen in der Geschichte, Verfolgungen)? Tatsächlich dauert diese Unterdrückung auch in unserer Demokratie noch fort, denn die freie Meinungsäußerung ist noch immer mit verschiedenen (z.T. versteckten) Nachteilen verbunden. Bzw. ist man benachteiligt, wenn man bestimmten Vereinen, Kirche, Partei nicht angehört. Definitiv ist das menschenrechtswidrig, aber solange sich zu viele Menschen diesen Bedingungen unterwerfen, ist unsere Freiheit eine sehr fragile Angelegenheit.
    Ihrer Anmerkung, Frau Schaffelhofer, dass Religion mehr böte, als Philosophie, begegne ich mit: Den Dingen auf den Grund gehen erlaubt Religion nicht (bei tiefgehenden Fragen gibt es die schöne Formel “Geheimnis des Glaubens”. Damit wird gerade die Möglichkeit, das menschliche Denken zu fördern, verhindert). Jemand, der sich für den mühsamen Weg des HInterfragens entschieden hat, gelangt zu Erkenntnissen, die die Kirchen dann zunächst unterdrücken müssen, weil ihr Machtanspruch damit in Gefahr gerät. (Glauben Sie, Frau Schaffelhofer, noch, dass die Erde Mittelpunkt des Universums ist? Galileo Galilei wurde dafür, dass er berechnet hatte, dass die Erde um die Sonne kreist, von der kath. Kirche beinahe mit dem Tod bestraft. Galileo musste seine Erkenntnisse widerrufen um dann lebenslang unter Hausarrest weiterleben zu dürfen).
    Religionen erzeugen Menschen, die viele Fragen ausblenden müssen, damit sie mit den Vorgaben der Religion nicht in Widerspruch geraten. Dieses Ausblenden erzeugt wiederum unnötige und absurde Probleme.
    .
    Philosophie erzeugt die Grundlage für wissenschaftliches Denken.
    Menschen, die zu höherer Bildung und damit an höhere Positionen gelangen, brauchen ein besonderes Maß an Verantwortungsgefühl. Höhere Bildung soll nicht vorrangig dazu dienen, finanziell “reich” zu werden, denn welche Krisen diese “Gier” auslöst, weiß inzwischen wohl die gesamte Welt. ABER:
    Religion hat Menschen noch nie daran gehindert, doppelbödig zu handeln.
    ALSO: Kinder (und Kinder verstehen sehr, sehr viel) und Jugendliche müssen daran herangeführt werden, dass es für jede Frage eine persönliche Entscheidungsmöglichkeit gibt. Und schon kleine Kinder müssen zuerst durch die Eltern, dann weiter durch andere Personen darauf hingewiesen werden, dass jede Entscheidung grundsätzlich möglich ist, aber dass je nach erfolgter Entscheidung diese oder jene Konsequenzen folgen werden. (Diese Konsequenzen müssen sachlich auf Basis unserer demokratischen Werte begründet werden und dürfen mit Angsteinflößung durch Teufel, Hölle u.ä. nichts zu tun haben! Erziehung unter Zuziehung des Angsteinflößung erscheint für manche Eltern oder Erziehungsverpflichtete die Arbeit kurzfristig zu erleichtern, erzeugt aber langfristig vor allem bei feinfühligen Kindern unnötige, oft tiefe Probleme.

    ANSTELLE VON ETHIK DURCH KONFESSIONELLE LEHRER IM REGELSCHULUNTERRICHT, PLÄDIERE ICH FÜR EINEN UNTERRICHT IN STAATSBÜRGERKUNDE UND RECHT AB DER VOLKSSCHULE, DAMIT DEN KINDERN BEKANNTGEMACHT WIRD, WELCHE GESETZLICHEN GRUNDLAGEN MIT WELCHEN KONSEQUENZEN GELTEN!!! AUCH KINDER, DEREN ELTERN SELBST UNSERE GESETZE, DIE FÜR KINDER UND JUGENDLCHE GELTEN, HABEN DAS RECHT DARÜBER INFORMIERT ZU WERDEN.

    (Warum darf ein konfessioneller Religionslehrer überhaupt ein anderes Fach als Religion unterrichten??? Die nicht staatlich kontrollierte Ausbildung an konfessionellen Fakultäten gilt eben nur für den Religionsunterricht und in keinem Fall für andere Fächer.

    ICH PLÄDIERE AUSSERDEM DAFÜR, DASS AUCH RELIGIONSLEHRER UND UNTERRICHTENDE PRIESTER DIE STAATLCIHE UNIVERSITÄRE PÄDAGOGISCHE UND ERZIEHUNGSWISSENSCHAFTLICHE AUSBILDUNG MACHEN MÜSSEN; BEVOR SIE KLEINSTKINDER UNTERRICHTEN DÜRFEN. GENAUSO MUSS MAN ELTERN MEHR DAHINGEHEND UNTERSTÜTZEN, IHRE ERZIEHUNGSAUFGABEN NACH DEMOKRATISCHEN GESICHTSPUNKTEN UND OHNE VERSTECKTEN DRUCK ZU LEISTEN!
    Die Folgen von nicht adäquater Erziehung werden leider gesellschaftlich erst offensichtlich, wenn bei den Jugendlichen die jahrelangen Veräumnisse als extremes Fehlverhalten (Alkohol, Gewaltbereitschaft, etc) zu Tage tritt. Leichtfertig wird das dann als pubertär eingeordnet, anstatt dass sich die (haupt)verantwortlichen Eltern schon frühe Fehler eingestehen. Es ist unfair, generell zu behaupten, dass diejenigen SchülerInnen, die keinen Religionsunterricht besuchen, keine Werteerziehung erhalten hätten. Wie ich ganz oben beschrieben habe und wie es die Krisen unserer Zeit zeigen, sind gerade viele Katholische oder andere Konfessionelle häufigst Täter. Was hat der Religionsunterricht bei diesen Menschen erreicht? Warum? Angesichts der großen Krisen, ist doch die katholische Botschaft, “in der Sekunde des Todes zu bereuen”, um nicht in die Hölle zu kommen, kein Lösungsangebot an die Gesellschaft, oder?

    EIN UNTERRICHT, DER NACHDENKEN UND SELBSTÄNDIGES DENKEN UNTER ANLEITUNG EINER REIFEN PERÖNLICHKEIT OHNE MISSIONSZWANG
    (dieser ist nach eigenen Angaben den Kreuz-Religionen systemimmanent, was durch Jesus’ “gehet hin und verkündet…” als Aufgabe auferlegt gilt),
    WÄRE FÜR UNSERE GESELLSCHAFT NÜTZLICH UND NOTWENDIG.

    WIE STAND VOR KURZEM IN “DIE PRESSE”: “DIE HALBE WAHRHEIT IST EINE LÜGE.”
    WIEVIEL WAHRHEIT VERBREITEN RELIGIONEN IM VERGLEICH ZUR WAHRHEIT, DIE DIE GESCHICHTSFORSCHUNG BELEGEN KANN?

    WIEVIEL WAHRHEIT LÄSST EIN SYSTEM ZU, WENN ES DIESER WAHRHEIT AUCH DURCH DRUCK NICHT MEHR ENTRINNEN KANN? SCHADE, DASS AUCH IN HÖHEREN SCHULEN NICHT IMMER GENUG DARAUF HINGEWIESEN WIRD, DASS EIN GEBILDETER MENSCH IMMER HINTERFRAGEN MUSS; DASS ANGABEN EINER STRENGEN, KRITISCHEN, OBJEKTIVEN ÜBERPRÜFUNG STANDHALTEN MÜSSEN! WENN EINER DEM ANDEREN GLAUBT, KUMULIEREN SICH IRRTÜMER, BIS SIE IN EINER KATASTROPHE ENDEN.

    Ich weiß, dass der Kommentar umfangreich ist. Aber wer hat schon behauptet, dass das Denken in Zusammenhängen einfach ist.
    Damit zu beginnen, ist nie zu spät.
    Es gibt noch viel zu sagen.
    rah

  2. Renate says:

    Volle Information, die viele nicht kennen:
    WICHTIG: Eltern können ihre Kinder bereits ab der 1. Klasse Volksschule vom konfessionellen Religionsunterricht abmelden!
    Vom konfessionellen Religionsunterricht können sich die selbst SchülerInnen ab ihrem 14. Lebensjahr abmelden. Diese Abmeldung ist laut BM:UKK Religionsunterrichtsgesetz ohne Beeinflussung zu akzeptieren.
    (Die Abmeldung muss während der ersten 5 Tage des Schuljahres schriflich erfolgen, und zwar für jedes Schuljahr neu!).

    Aber mit Druck und eventuellen “Schwindeleien” die Aufsicht betreffend, ist zu rechnen.
    Die abgemeldeten Kinder sollten nicht in der Klasse bleiben (rechtlich zwar laut BM:UKK möglich, aber das Kind ist möglicherweise durch die Reaktion von manchen Priestern oder Relilehrern der Gefahr ausgesetzt, als Sündenbock dazustehen). ÖVP-nahe Pflichtschuldirektoren haben das Aufsehen um stundenweisen Klassenwechsel und die Fragen, die dadurch entstehen, wenn ein Schulkind dann in eines andere Klasse geht, gar nicht gern. Vielleicht hat es mit der Befürchtung zu tun, dass dann schon in der Pflichtschule mehrere Eltern auf die Idee kommen könnten, ihr Kind abzumelden.
    MfG
    Es gibt noch viel zu sagen.
    rah

Leave a Reply to Renate Cancel reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>