Gutachten: Schulversuch “Ethikunterricht” verfassungswidrig?

(IRiP) Während die ÖVP alle Schüler, die einen Religionsunterricht nicht besuchen, mit allen Mitteln zwingen will, einen Ethikunterricht zu besuchen, werden immer mehr Stimmen laut, die den derzeit geltenden Schulversuch „Ethikunterricht“ rechtlich infrage stellen. Aus diesem Grund hat „Initiative Religion ist Privatsache“ nun ein juristisches Gutachten zur Klärung der noch offenen Fragen in Auftrag gegeben.

Initiative-Vorstand Eytan Reif dazu: „In ihrem Bericht vom 1.10.2012 zur möglichen flächendeckenden Einführung eines Ethikunterrichts, räumte Unterrichtsministerin Schmied ein, dass das derzeit gültige Modell, das für die ÖVP das bevorzugte Modell darstellt, mit rechtlichen Bedenken behaftet sei. Diese Bedenken wurden jedoch am 20.11.2012 im Rahmen der Sitzung des Unterrichtsausschusses glatt ignoriert. Das ist nicht nur grob fahrlässig sondern demokratiepolitisch eine Schande!“.

Reif gab zudem bekannt, dass der Meldestelle, die von der Initiative betrieben wird, jetzt schon zahlreiche Beschwerden in Zusammenhang mit dem Ethikunterricht vorliegen. „Der Schulversuch ‚Ethik’ funktioniert schon lange nicht so reibungsfrei, wie uns gerne eingebläut wird“, so Reif abschließend.

Unterstützung erhält dieses Vorhaben von der Aktion Kritischer Schüler (AKS). AKS-Vorsitzende Tatjana Gabrielli verspricht sich von dem Gutachten eine „erste seriöse rechtliche Behandlung des Spannungsfelds Religions- und Ethikunterricht“ bevor „faule politische Kompromisse und eine typische schleißige Gesetzgebung zur Verewigung der bereits jetzt spürbaren Rechtsunsicherheit führen werden“.

http://www.kleinezeitung.at/steiermark/murtal/3182722/ethikunterricht-soll-bald-allen-schulen-geben.story

http://derstandard.at/1353208134081/Ganztagsschule-SPOe-und-OeVP-offenbar-einig

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One Response to Gutachten: Schulversuch “Ethikunterricht” verfassungswidrig?

  1. BETROFFENE der katholischen Diktatur says:

    ETHIK = Zwangskatholizierung an ÖVP-nahen Schulen.
    ETHIKUNTERRICHT IM SCHULVERSUCH: Die Zielgruppe ist entweder nicht katholisch, abgemeldet oder ohne Konfession.
    ZIEL DES DZT. ETHIKUNTERRICHTS SOFERN VON RELIGIONSLEHRERN GEHALTEN: natürlich eine der Konfession untergeordnete Unterrichtsmethode und Stundenschaffung für Religionslehrer durch die Hintertür.

    (Sofern die Inhalte des durch Religionslehrer gehaltenen Ethikunterricht nicht der jeweiligen Glaubensüberzeugung eben dieses Religionslehrers entsprächen, müsste dieser ja seine Lehrbefugnis für seinen Religionsunterricht abgeben. Aber: Wenn es um den Machterhalt geht, dürfen ja gerade Katholiken zweischneidig sein. Welch scheinheilge Basis für das Fach ETHIK.)

    Ein staatlicher Ethik-Unterricht, durchgeführt von pseudo-ausgebildeten katholischen Lehrern, ist sicher verfassungswidrig.

    Die erforderliche Evaluierung / Meldung ans BM:UKK am Ende jeden Schuljahres führen die Lehrer selbst durch. Ja – super.
    Oder darf ein Kritiker im Unterricht sitzen?

    Und wenn dieser Schulversuch Regelwerk wird, klage ich selbst beim EuGH für Menschenrechte. Inbegriff des Katholizismus ist ja gerade die “Verteufelung(!!!)” der Philosophie. Ethik ist aber untrennbar mit selbständigem Denken, Hinterfragen und Entscheidungen-Treffen verbunden. Ein selbständig denkender Mensch DARF und KANN sich nicht hinter irgendeinem Glauben verstecken.
    Beim Schulversuch “ETHIK” ist noch dazu die Zielgruppe weit davon entfernt, einen konfessionellen Lehrer mit dessen einengenden (je nach Glaubensrichtung einengenden) Vorstellungen, vorgesetzt bekommen zu wollen. Dieser von konfessionellen Lehrern durchgeführte Unterricht bleibt im besten Fall oberflächlich oder dient dem “Missionierungsgedanken” (Dieser ist untrennbar mit dem Katholizismus verbunden! Die katholische Kirchengeschichte beweist auch, dass die Papstkirche den Ausbau der Macht nicht gerade mit zimperlichen Methoden durchführt).

    Einen sinnvollen, die Persönlichkeitsentwicklung und –die EIGENVERANTWORTLICHE Wertefindung, fördernden, Ethikunterricht (FÜR ALLE GEMEINSAM) können nur echte Persönlichkeiten – die auch kontroversielle Diskussionen aushalten und FÖRDERN!!! – bieten.
    Ein objektiver Lehrplan für einen auch im Schulversuch maturablen Gegenstand fehlt(!!!!!!!)

    Ich bin weiters tief enttäuscht vom Umgang der verantwortlichen Stellen (Schuldirektoren, Landesschulräte, Landesschulinspektoren und anderen zuständigen Personen) im Umgang mit telefonisch gemeldeten Missständen . D.h.: Trotz Meldung der NICHTEINHALTUNG aller erforderlichen Vorgaben des BM:UKK zur Etablierung des Schulversuchs Ethik, erfolgten keine diesbezüglichen Korrekturen.
    Warum dürfen sich dieses undemokratische Verhalten- von allen Steuerzahlern bezahlte – Funktionäre erlauben? Müsste man als Bürger eines demokratischen Rechtsstaates immer Rechtsmittel einlegen, um die Vorgaben der Ministerien durchzubringen? Nützen die Funktionäre mit diesem Verhalten absichtlich die “stumme, verdrossene Bevölkerung” aus, um zu sagen, es hat sich ja eh (fast) niemand aufgeregt?
    NUN – wenn offizielle Beamte nicht gemäß den demokratisch auferlegten Bedingungen informieren und handeln wollen – wie kann man dann von “Zustimmung” reden.
    Im Zusammenhang mit Ethik- und Religionsunterricht habe ich die undemokratischsten Erfahrungen gerade mit ÖVP-nahen Schuldirektoren und Funktionären gemacht. SCHADE, dass diese vielen “kleinen Diktatoren” mit diesem Verhalten durchkommen.
    Betroffene Grüße.
    Literaturtipp: Kriminalgeschichte des Christentums. rowohlt, Mehrere Bände.
    Oder: Papstkirche ohne Heiligenschein.
    Weitere Werke für den interessierten, sich bildenden Menschen: http://www.denkladen.de

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