Open Mind Summit: 125 Jahre Freidenker

open-mind-summitManche religiöse Gedanken und Vorschriften sind einfach lachhaft und „das muss heraus“, meint Kabarettist Gunkl. Aber: Religion kann mitunter auch gefährlich sein, wenn sie nicht durch die Aufklärung domestiziert wird. Der Freidenkerbund ist sowohl gegen billigen Rechtspopulismus als auch gegen die Verharmlosung dieser Gefahr und kämpft seit 125 Jahren in Österreich im Sinne der Aufklärung. Ein Bericht über die Jubiläumsfeier.

Der Hörsaal füllte sich rasch, war bald zum Bersten voll mit fast 500 Besuchern. Gerhard Engelmayer, mit Barett auf dem Kopf, stellte als Vorsitzender des Freidenkerbundes den Verein vor und unterstrich die Notwendigkeit, nie den Humor zu verlieren, wenn man sich mit Religionskritik beschäftigt.

Der erst Act war eine Weltpremiere: die Bible Busters, bestehend aus Florian Spitzer und Ronald Bilik (einem promovierten Althistoriker), die anhand von Originalzitaten aus der Bibel die Sinnentleertheit und Grausamkeit dieses heiligen Buches allen Anwesenden dramatisch vor Augen führten.

Der humoristische Teil des Abends kam nun vollends in Schwung. Engelmayer nahm sein Barett ab und bat mit den Worten: “Jetzt haben wir Ka-Barett” Thomas Maurer auf die Bühne, der wieder einmal bewies, dass er völlig zu Recht als Österreichs bester “Stand-Up Comedian” gilt.

Susanne Pöchacker, den meisten bekannt aus “Was gibt es Neues”, gab in Ihrer Darbietung einen humoristischen Einblick in die Innenansicht einer wohl ÖVP-nahen Bürgermeisterin, die eine Erscheinung in Gestalt von George Clooney hatte und so alles über Reinkarnation und den bürokratischen Aufwand dahinter zu berichten wusste.

Im zweiten Teil der Bible Busters interviewte Flo Spitzer Rony Bilik über die klassischen Grundfragen bezüglich des Freidenkertums. Dieser führte vor dem begeisterten Publikum dann die potenziellen Risiken eines staatstragenden Koboldglaubens aus.

Eine ursprünglich geplante Liveschaltung zum Rabenhof war wegen einer Fernseh-Aufzeichnung nicht möglich war. So schickte Science Buster Heinz Oberhummer allen eine sehr persönliche Videobotschaft mit besten Wünschen für das Geburtstagskind, sozusagen zum runden 125er.

Nach der Pause hielt Gunkl in seinem unnachahmlichen humoristisch-intellektuellen Stil eine atheistisch-laizistische Grundsatzrede. Das Publikum tobte regelrecht vor Begeisterung. Auch der Künstler war offensichtlich sehr angetan von einer derartig aufgeklärten Zuhörerschaft.

Amüsant ging es weiter, als der Vorsitzende des Zentralrates der Konfessionsfreien, Niko Alm, die laizistischen Projekte der Zukunft (u.a. Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters) erklärte.

Ein offensichtlich mehr als zufriedenes Publikum verließ in Feierstimmung die Veranstaltung, sodass festgehalten werden kann: Der Open Mind Summit 2012 war ein voller Erfolg und ein denkwürdiges Zeichen für Menschlichkeit, Vernunft und religiöse Abrüstung.

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