Österreich stimmt 2013 über Kirchenprivilegien ab

Kirchen-Privilegien-07(Wien) Eine echte BürgerInnenbewegung setzt sich durch: Im neuen Jahr 2013 wird das Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien eingeleitet. Sylvesternachmittag, wurden die mehr als 8.600 Unterstützungserklärungen dem Innenministerium übergeben. Wichtigste Anliegen: Klare Trennung von Kirche und Staat, gegen Subventionen und Vergünstigungen der Kirchen im Ausmaß von jährlich € 3,8 Mrd, staatliche Aufklärung der kirchlichen Missbrauchs- und Vertuschungsverbrechen.

“Österreich unterhält ein kostspieliges Staatsreligionen-System, das jährlich mit ca. 3.8 Milliarden Euro subventioniert wird. Unser Volksbegehren tritt dementsprechend nicht gegen Religion auf, sondern für mehr Demokratie und eine saubere Trennung von Staat und Kirche ein“, erklärt Niko Alm, Sprecher der Initiative gegen Krichenprivilegien. “Dieses Volksbegehren ist auch eines, das diesen Namen wirklich verdient: Hinter uns steht keine Partei, keine einflussreiche Lobby, kein Groß-Sponsor. Das ist eine reine BürgerInnenbewegung, die den vordemokratischen Sonderrechten der organisierten Religion ein Ende bereiten will.“

Vertuschung mit staatlicher Billigung 
Für Österreich kann dieses Volksbegehren zu einem Meilenstein werden. “Erstmals in der Geschichte unseres Landes besteht nun die Möglichkeit, empörende Religionsprivilegien aus den Zeiten des Austrofaschismus aufzuheben“, freut sich auch Sepp Rothwangl von der Plattform Betroffener Kirchlicher Gewalt, der unermüdlich Unterstützungserklärungen gesammelt hat. “Religionsvertreter sitzen in den wichtigsten Entscheidungsgremien des Landes, was auch erklärt, dass die kirchlichen Missbrauchsverbrechen mit staatlicher Billigung weiter unaufgeklärt bleiben. Die Klasnic-Kommission ist an die Stelle staatlicher Aufklärung getreten und hat es der milliardenschweren Kirche ermöglicht, ihre Verbrechen weiter zu vertuschen und Missbrauchsopfer mit kirchlichen Almosen abzuspeisen.“

Die meisten UnterstützerInnen bisher in Wien
Ziel des Volksbegehrens ist die Überschreitung der 100.000 Marke, die für die Behandlung durch das Parlament notwendig ist. Die Eintragungswoche wird im Frühjahr 2013 sein. Im Rahmen der aktuellen Kampagne wurden 8.637 Unterstützungsunterschriften abgegeben, davon rd. 44% in Wien, gefolgt von Niederösterreich mit rd. 20%, und Oberösterreich mit 11% sowie der Steiermark mit 10%. Hotspot, in Relation zur Einwohnerzahl, war jene oststeirische Gemeinde, in der nach dem Fall Groer einer der ersten Missbrauchsfall bekannt wurde. Dort haben mehr als 10% aller Wahlberechtigten die Einleitung des Volksbegehrens unterzeichnet.

Buchtipp: Gottes Werk und unser Beitrag: Kirchenfinanzierung in Österreich. Czernin Verlag, 2012, http://kirchenfinanzierung.at

Fotos: Übergabe der Unstützungserklärungen an das BMI

Presse-Rückfragen: FJ PURKARTHOFER PR, +43-664-412-1491, info@purkarthofer-pr.at

Siehe auchhttp://hpd.de/node/14702

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One Response to Österreich stimmt 2013 über Kirchenprivilegien ab

  1. renate abdul-hussain says:

    seit ich mich mit diesem thema (wieder) beschäftige, wird mir immer klarer, dass die katholische kirche niemals ihre selbsternannten, in jahrhunderten gewaltsam erzwungenen vorrechte abgeben wird.
    eine organisation, regiert von einem absolut herrschenden papst, der seit 1864 durch ein innerkirchliches, päpstliches “unfehlbarkeitsdogma” von niemandem in frage gestellt werden darf, darf mit sicherheit als diktatur bezeichnet werden. und diejenigen mitglieder dieser organisation, die sich dieser diktatur am besten unterordnen, kommen in dieser hierarchie am weitesten nach oben.
    es mag sein, dass einzelne mitarbeiter dieser organisation aus redlichen motiven ihr bestes geben, aber den u n b e d i n g t e n (und damit demokratiefeindlichen) ab s o l u t s h e i t s a n s p r u c h übersehen.

    in diesem zusammenhang ist es höchste zeit, dass dass wir als staatsbürger, die wir das glück haben in einer demokratie leben zu dürfen, unsere bedenken zum ausdruck bringen und den mut haben, uns für eine echte demokratie ohne versteckspieler einzusetzen.

    nichts ist stärker, als die innere überzeugung. aber sie muss nach aussen wirksam gemacht werden. und das erfordert mut. seien wir mutig. auch wir leben auf den grundlagen von mutigen menschen, die die aufklärung möglich gemacht haben. alle errungenschaften wurden gegen den willen der römisch-katholischen kirche mühsam unter großen opfern erreicht.

    wir leben in der zeit der aufklärung und den ausdruck “christliche kultur gleichgesetzt mit katholisch” kann es nicht geben. Denn: griechische, ägyptische, byzantinische, keltische und arabische uvm. hochkulturen haben unsere kultur bereichert und vorangebrachtund.

    es ist nichts selbstverständlich, wenn nicht jeder einzelne wachsam. offen, hinterfragend, kritisch und mutig bleibt.
    mit offenen grüsssen
    renate abdul-hussain

    literaturempfehlungen: Karlheinz Deschner: Kriminalgeschichte des Christentums, rororo, 7 Bände.
    Frerk und Baumgarten: Gottes Werk und unser Beitrag. Czernin.
    “Papsttum ohne Heiligenschein”. Die vatikanischen Konzilien.
    http://www.denkladen.de

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