Dr. Erich Eder (GWUP, AG-ATHE) hat in „Science & Education“ eine Studie über den Zusammenhang vom Glauben an Übernatürliches und der Akzeptanz von Evolutionstheorie, Kreationismus und Intelligent Design an österreichischen Mittelschulen publiziert, die erste zu diesem Thema in Europa.
An den Befragungen nahmen über 2.000 Mittelschüler/innen teil, von denen ein Großteil eine kritische Weltsicht besitzt: mehr als 50% stimmen der Evolutionstheorie zu, 28% dem Kreationismus und mehr als ein Drittel dem Intelligent Design (ID), wobei die beiden letzteren eng miteinander korrelieren.
Die Daten zeigen, dass viele gleichzeitig an Gott glauben und dennoch überzeugt sind, dass Ursprung und Entwicklung des Lebens auf der Erde ohne einen Gott zustande gekommen sind. Das ist eine Kombination, die von keiner der in Europa vorherrschenden Religionen explizit vertreten wird.
Sowohl Schöpfer als auch Evolution
Die Evolution als wissenschaftliche Erkenntnis widerspricht dem Schöpfungsmythos der Bibel (und ähnlichen Passagen im Koran), was erklären könnte, warum so viele Schüler/innen Intelligent Design als überzeugende Alternative gewählt haben, da es sowohl Schöpfer als auch Evolution beinhaltet.
Bemerkenswert ist, dass sowohl ID als auch Kreationismus hoch signifikant mit allen anderen übernatürlichen Annahmen korrelieren, was beide eindeutig als übernatürliche Konzepte ausweist. Je mehr die Schüler/innen hingegen über Wissenschaft wussten, desto weniger glaubten sie an Übernatürliches inklusive religiöse Konzepte.
Es scheint, dass jemand, der glaubt (nämlich an Gott), dazu neigt, alles zu glauben (d.h. an jegliche andere übernatürliche Vorstellungen). Das widerspricht der Hypothese, dass esoterische Ideen nur als Ersatz für traditionelle Religionen dienen.
Die Mehrheit scheint Blaise Pascals Ausspruch zu bestätigen: „Es gibt viele, die glauben – jedoch aus Aberglauben.“
Hanspeter Kriegl





