Utopie: Ein Multi-Kulti-Herz für Nazis. Plädoyer für Toleranz und aktive Integrationspolitik

Ronald Bilik

Ronald Bilik

Von Ronald Bilik

Die gegenwärtige Politik ist von einer ausgesprochenen Toleranz-Manie geprägt. Erst vor kurzem wurde die demokratiefeindliche und apokalyptisch-elitäre Sekte der Zeugen Jehovas in den Status einer staatlich anerkannten Religionsgemeinschaft erhoben.

Parallel dazu wird im vorauseilenden Gehorsam auf die Wünsche und Forderungen der fundamentalistischen Muslime eingegangen.

Unter dem Etikett der Religion lassen sich totalitäre Ideologien offenbar problemlos in die Gesellschaft integrieren. Angesichts dieser Entwicklung ist zu befürchten, dass auch die Vertreter anderer totalitärer Denksysteme ihre gefährliche Ideologie als Religion deklarieren werden, um den diesbezüglichen Einfluss auf die Gesellschaft zu verstärken.

Die vorliegende Abhandlung versteht sich als Demonstration einer möglichen Argumentation und Legitimation derartiger Ansätze, und ist als Utopie aufzufassen. Die folgenden Zeilen werden sehr emotionale Reaktionen auslösen. Dies ist auch ausdrücklich erwünscht!

Nationalsozialismus ist eine Religion

In diesem Zusammenhang wird hier nun für die Anliegen einer weltanschaulichen Gruppe eingetreten, deren Bedürfnisse in der Berichterstattung der Medien bisher nicht ausreichend berücksichtigt wurden: Es handelt sich um die Nationalsozialisten. Es ist wichtig festzuhalten, dass die NS-Ideologie Elemente enthält, die es erlauben, sie als Religion einzustufen. Zu nennen ist hier der Führerkult, das transzendente Element der Vorsehung, die „Heilige Schrift“ des Führers, die Glaubenssätze, die quasireligiösen Rituale (z.B.: Heldengedenktag) und die messianischen Verheißungen (wie das 1000-jährige Reich). Durch die Gestapo verfügte der NS-Staat sogar über eine effiziente Inquisition.

Unrichtig ist das – unter intoleranten oder ungebildeten Menschen – weitverbreitete Vorurteil, dass der Nationalsozialismus grundsätzlich schlecht sei. „Den Nationalsozialismus“ gibt es nämlich nicht. Man muss als toleranter und intelligenter Mensch zwischen einem fundamentalistischen und einem moderat-aufgeklärten Nationalsozialismus unterscheiden.

Die Fundamentalisten, die aber nur eine Minderheit darstellen, sind in ihrem Denken brutal aber konsequent: Sie betrachten sich als die von der Vorsehung bestimmte Herrenrasse und streben die Weltherrschaft an. Der Holocaust wird nicht geleugnet, sondern befürwortet. Eine Abschaffung der Demokratie und die Errichtung einer nationalsozialistischen Diktatur sind deklarierte politische Ziele, die aktiv angestrebt werden.

Demokratie unerwünscht

Aufgeklärte Nazis hingegen lehnen zumindest offiziell Gewalt ab. Die historische Realitätsverweigerung folgt hier einer ähnlichen Strategie, wie bei den Katholiken. Die Verbrechen des NS-Regimes werden daher ignoriert oder gar explizit (Auschwitzlüge) geleugnet. Wie auch den meisten der aufgeklärten Katholiken sind ihnen die essentiellen Schriften ihrer Religion wenig bis gar nicht vertraut. Vertreter dieser Gruppe sind antisemitisch gesinnt, räumen Juden aber in der Regel zumindest eine Existenzberechtigung ein.

Die Errichtung einer NS-Diktatur wird von den moderaten Nazis nicht aktiv vorangetrieben, sie lassen aber keinen Zweifel daran, dass die Demokratie keine wünschenswerte Regierungsform ist. Es handelt sich hier also in erster Linie um Mitläufer, welche die radikalen Konsequenzen ihrer Basisideologie nicht realisieren wollen oder können. Diese politisch-religiöse Ideologie stellt in der skizzierten Ausprägung somit eine Analogie zu den sogenannten Patchwork- Religionen dar, welche die moderne Gesellschaft prägen.

Keine Herabwürdigung von Nazis

Im Folgenden einige Vorschläge, wie die Vertreter dieser Religionsgemeinschaft noch besser in die moderne Gesellschaft integriert werden können: Da die Nazis somit als Vertreter einer Religion anzusehen sind, haben deren religiöse Gefühle respektiert zu werden. Konsequenterweise ist jede abfällige Äußerung über den Nationalsozialismus zu unterlassen, Verstöße werden zukünftig anhand des Paragraphen 188 StGB (Herabwürdigung religiöser Lehren) geahndet.

Zu unterbleiben haben daher sämtliche antifaschistische Karikaturen, einschlägige Witze, aber auch die beliebten Antifa- Demos. Die Medien sind – wie auch bei den anderen Religionen – dazu angehalten, dem Konsumenten eine positive Berichterstattung zu bieten. Extremistische Aussagen von führenden Nazis sollten dem Zuseher daher nur dann zugänglich gemacht werden, wenn es sich nicht verhindern lässt.

Nationalsozialismus ist eine friedliche Religion

Diese Maßnahmen haben das Ziel, ein Umdenken bei der Bevölkerung zu bewirken, sodass die Nazis nicht mehr als Bedrohung, sondern als kulturelle Bereicherung angesehen werden. Um die hier behandelte Minderheit vor Diskriminierung zu schützen, haben sich die Medien konkret an folgende Richtlinien zu halten: Es ist immer zu betonen, dass der Nationalsozialismus eine Religion ist und daher die Kultausübung durch die Verfassung geschützt ist.

Der Bevölkerung ist konsequent vor Augen zu halten, dass der Nationalsozialismus eine friedliche Religion ist. Begründung: Im Namen dieser Religion steckt das Wort Sozialismus, wodurch der soziale und friedliche Charakter dieser Religion ausreichend bewiesen ist. Falls jemand Kritik an den Nazis wagen sollte, muss er sogleich mit dem Vorwurf der Intoleranz konfrontiert werden. Außerdem ist im gleichen Atemzug darauf hinzuweisen, dass man nichts verallgemeinern darf. In solchen Fällen soll immer auf Positivbeispiele hervorragender Integration hingewiesen werden.

Gewalttaten sind Einzelfälle, die Täter Fundamentalisten

Falls von Nationalsozialisten Gewalttaten (wie z.B. an Juden) begangen werden sollten, muss permanent betont werden, dass dies nichts mit ihrer Religion zu tun hat. Außerdem handelt es sich dabei lediglich um Einzelfälle. Die Täter sind Fundamentalisten, die ihre Religion durch die wörtliche Auslegung ihrer Heiligen Schriften pervertieren.

Auch ist hierbei immer zu betonen, dass es „den Nationalsozialismus“ gar nicht gibt. Kritiker der Nationalsozialisten müssen aufgrund der Irrationalität ihrer Vorstellungen durchgängig als „germanophob“ bezeichnet werden.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Lockerung des Verbotsgesetzes. Es sollte zukünftig erlaubt sein, in der Öffentlichkeit entsprechende Kleidung inklusive der analogen Symbole zu tragen.

SS-Uniform als Ausdruck religiöser Individualität und modischen Bewusstseins

Wenn Mitbürger mit islamischem Migrationshintergrund in der Öffentlichkeit im Taliban-Look oder mit der Burka auftreten, ist es im Sinne der Antidiskriminierungsrichtlinien nur konsequent, dass auch den Vertretern einheimischer Religionen das Tragen einschlägiger Bekleidung gestattet wird.

Falls man einen jungen Menschen in SS-Uniform sieht, so ist dies entweder Ausdruck seiner religiösen Individualität und seines modischen Bewusstseins. Keineswegs darf man ihn verdächtigen ein Feind der Demokratie zu sein!

Eine ähnliche Toleranz ist natürlich auch bei der Damenmode geboten. Ein blondes Mädchen, welches die Uniform des BDM trägt, übt lediglich ihr Recht auf Religionsfreiheit aus, sympathisiert deswegen aber noch nicht mit einem frauendiskriminierenden und totalitären Weltbild.

Staatliche Anerkennung der NS-Religion

Die logische Konsequenz besteht in der staatlichen Anerkennung der NS-Religion. Der Staat wird daher dafür Sorge tragen, dass – in Analogie zum Religionsunterricht – ein eigener NS-Unterricht an den öffentlichen Schulen angeboten wird. In diesem müssen die jungen Menschen mit den Grundlagen, den moralischen Werten und der Geschichte des Nationalsozialismus intensiv vertraut gemacht werden.

Es soll dabei aber weniger auf die Verbrechen der Nazis eingegangen werden, sondern vielmehr auf die positiven Seiten der NS-Religion (z.B.: Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, Stärkung des völkischen Identitätsbewusstseins etc.). Eine besondere Herausforderung für die Lehrer besteht darin, den Schülern einerseits die Überlegenheit der Deutschen Rasse und andererseits die Vereinbarkeit der NS-Religion mit den Menschenrechten zu vermitteln.

Ebenso interessant wird die moderne und politisch korrekte Interpretation von „Mein Kampf“. Die jungen Menschen müssen, genauso wie der Nachwuchs der anderen Religionen, dieses Buch als „Heilige Schrift“ akzeptieren, ohne aber alles wörtlich zu nehmen. Bei diesen schwierigen Aufgaben werden daher absolute Profis auf diesem Gebiet, nämlich die christlichen und islamischen Theologen, ihre ganze diesbezügliche Erfahrung unterstützend einbringen.

Fakultät für Adolfologie

Die Ausbildung der NS-Lehrer hat an staatlichen Universitäten erfolgen, wo eine eigene Fakultät für Adolfologie eingerichtet wird. Die Aufteilung der Fächer orientiert sich an den bestehenden Strukturen der anderen Religionen. Dass die Besoldung der Gelehrten aus Steuergeldern finanziert wird, braucht nicht extra erwähnt werden.

Für die Bildung breiterer Schichten sind historische Ausstellungen nach dem Vorbild der Kreationisten-Museen zu organisieren. In diesen können sowohl junge wie auch alte Nazis problemlos, und eventuell sogar in spielerischer Form nachvollziehen, warum es in Auschwitz keine Gaskammern gegeben hat.

Dort, wo der NS-Nachwuchs zur Schule geht, ist von den Andersgläubigen nicht nur in nahrungstechnischen Belangen Toleranz und Anpassungsbereitschaft gefordert. Die jungen Nationalsozialistinnen dürfen nicht am Schwimmunterricht partizipieren, da dies zu unerwünschter Rassenmischung führen könnte. Aus diesem Grund sollten sie auch nicht an Klassenfahrten teilnehmen.

Da die arischen Mädchen auch nur für den Heiratsmarkt der eigenen Glaubensgemeinschaft bestimmt sind, ist es notwendig, dass alle Symbole (z.B. eigene Haarnetze, in die die blonden Zöpfe verstaut werden), die diese Form der Integration zum Ausdruck bringen, auch offen getragen werden können.

Kein Obst aus Israel

Logischerweise müssen die Nationalsozialisten auch eigene Feiertage (z.B. der 20. April) zuerkannt bekommen. Ausnahmebestimmungen sind auch bei der Essensausgabe in Schulen und Kantinen zu berücksichtigen. Grundsätzlich dürfen nur heimatliche Produkte angeboten werden. Im Falle saisonal bedingter Ausnahmefälle ist beim Import sehr genau auf das Herkunftsland zu achten. Obst aus Israel etwa ist völlig inakzeptabel!

Auch in der Gerichtsbarkeit muss auf die religiösen Gefühle der Nazis Rücksicht genommen werden. Den Vertretern dieser Religion ist es nicht zuzumuten, die säkulare und demokratische Rechtsprechung zu akzeptieren. Aus diesem Grund wird den Gläubigen die Möglichkeit eingeräumt, ihre diesbezüglichen Angelegenheiten auf Things und nach altgermanischem Recht abzuhandeln.

Die Ehre der Familie und des Deutschen Volkes

Um mehr Verständnis und Toleranz für die kulturellen Besonderheiten dieser Glaubensgemeinschaft aufbringen zu können, stellen wir uns folgende Situation vor: Die Tochter eines überzeugten Nationalsozialisten beginnt ein Verhältnis mit dem Sohn eines jüdischen Arztes. Ist es nicht nachvollziehbar, dass der Vater des Mädchens sämtliche Maßnahmen ergreift, um die Ehre der Familie und des Deutschen Volkes wiederherzustellen?

Wenn der Mann also bei seiner Tochter Gewalt anwendet oder sie gar tötet, soll er zwar vor Gericht gestellt werden. Die Richter aber sollten aus seiner eigenen Glaubensgemeinschaft stammen und auch nach jenem Rechtssystem urteilen, mit dem der Angeklagte vertraut ist.

Es wäre freilich auch völlig falsch und intolerant aus der Tat eine grundsätzliche Affinität zwischen Nationalsozialismus und Gewalt herzustellen. Warum? Die Tat konnte nur geschehen durch die Anwesenheit des jüdisch-stämmigen Liebhabers. Da nach dem Weltbild des Nationalsozialisten dieser überhaupt kein Mitglied dieser Gesellschaft sein darf, liegt die ursächliche Verantwortung für die Gewalttat logischerweise bei der modernen (Aufnahme-) Gesellschaft und nicht beim Vater des Mädchens.

Vom Führer bis hin zum Deutschen Schäferhund

Damit die Nazis ihre Religion ungestört ausüben können, sind dementsprechende Kultstätten und Versammlungsorte zu errichten. In diesen können dann Statuen bedeutender Nazigrößen und Identifikationsfiguren errichtet werden, angefangen vom Führer bis hin zum Deutschen Schäferhund.

Da die Muslime eigene Shopping- Areale haben möchten, ist es auch den Nazis nicht mehr länger zuzumuten, beim Einkaufen permanent mit den Herausforderungen der multikulturellen Gesellschaft konfrontiert zu werden.

Die Errichtung deutscher Supermärkte (Werbeslogan: Der Deutsche Supermarkt für die Deutsche Superrasse) in denen nur deutsche Ware von arischen Kundenberatern verkauft wird, und wo die Nazis von fremdrassigen Elementen unberührt bleiben, ist ein weiterer wichtiger Schritt für deren Integration.

Integration der Nazis

Auch die Gastronomie wird dem Wunsch nach deutscher Kultur verstärkt nachkommen. Intendiert sind bodenständige Gaststätten. Dort bieten dann blonde Kellnerinnen in typischer Tracht deutsches Bier an. Sogar für den ostmärkischen Politiker wird es dort möglich sein per Handzeichen „drei G’spritzte“ zu bestellen, ohne damit durch die irreführende Interpretation dieser Handbewegung für Unmut zu sorgen.

Dies alles können selbstverständlich nur bescheidene Ansätze für die Integration der Nazis sein. Die logische Weiterführung dieses zukunftsweisenden Weges wird ein vom Deutschen Turnerbund verwaltetes Waldgelände für Wehrsportübungen sein, sowie die Errichtung eines Kinder- und Jugendzentrums „Lebensborn“, um den Bestand der Religion in den nächsten Generationen sicherzustellen.

Erschienen in freidenkerin 2010/04

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3 Responses to Utopie: Ein Multi-Kulti-Herz für Nazis. Plädoyer für Toleranz und aktive Integrationspolitik

  1. Klasse Satire!

    Ich hatte stellenweise das Gefühl, das wäre der Artikel eines Islamverstehers, in dem nur die Begriffe ausgetauscht wurden.

  2. Christian C. says:

    In Berliner Schulen müssen demnächst wohl auch neben den Gebetsräumen für Muslime auch Hitlergruß-Räume bereitgestellt werden.
    (Und das bei dem Platzmangel in den Schulen …)

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