Jahresrückblick 2012

kirchenfinanzierung.atDas vergangene Jahr war von vier großen Themen geprägt, die zweifelsohne auch im kommenden Jahr noch weiter für kontroverse Diskussionen sorgen werden: 1. Kirchenfinanzierung in Österreich (“Gottes Werk und unser Beitrag”), 2. Ethikunterricht (Aktion “Ethik für ALLE”), 3. das umstrittene König-Abdullah-Zentrum und 4. die Debatte um die religiös motivierte Beschneidung bei männlichen Kindern.

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Gottes Werk und unser Beitrag

„Gottes Werk und unser Beitrag“ ist das erste Kompendium, das sich der Kirchenfinanzierung in Österreich systematisch widmet. Christoph Baumgarten und Carsten Frerk, ausgewiesene Spezialisten zum Thema, haben Informationen zusammengetragen und gebündelt.

Zeitgleich zum Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien in Österreich legen sie nun das Standardwerk mit vielen neuen Details und Zusammenhängen vor – für alle kritischen Leserinnen und Leser in Sachen Kirche und Staat. Am 7.12.12 hat Christoph Baumgarten das im Czernin-Verlag erschienene Buch in Graz vorgestellt.

Hier ein Beitrag von Radio Helsinki zum Nachhören mit live-Mitschnitten von der Buchpräsentation.

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Morgengebet in öffentlichen Schulen: erfolgreicher Widerstand!

(IRiP) Die Gestaltungsformen sind mannigfaltig, die Bezeichnungen ebenfalls. Es geht aber fast immer um das Gleiche: in zahlreichen öffentlichen Schulen österreichweit beginnt der Klassenalltag mit einem Morgengebet. Ob streng liturgisch anmutend oder im freien Stil, Schulgebete außerhalb des Religionsunterrichts sind verfassungsrechtlich nicht gedeckt. Und sie müssen auch nicht hingenommen werden, wie unlängst ein Fall aus dem Burgenland veranschaulichte.

Zähneknirschend, jedoch davon ausgehend, dass sie es als Zugereiste im Burgenland über sich ergehen lassen müssen, duldeten jahrelang die Eltern eines Volksschulkindes das tägliche Morgengebet, an dem alle Klassenkinder teilnehmen mussten. Als das Kind heuer ins – ebenfalls öffentliche – Gymnasium wechselte, staunten die Eltern nicht wenig: auch dort mussten die Kinder, wenn immer die erste Stunde auf den Deutschlehrer fiel, sich erheben und ein Gebet aussprechen. Eine Reaktion konfessionsfreier bzw. andersgläubiger Eltern in solchen Fällen lässt oft auf sich warten – zu groß ist der soziale Druck, „nur keinen Wirbel zu machen“ oder die Angst, das eigene Kind möglichen Repressalien auszusetzen. Doch nicht diesmal: die Eltern wagten den Gang zur Schuldirektion. Die Antwort: „das Schulgebet ist eine Tradition im Burgenland, man muss ja nicht teilnehmen“. Entschlossen, die Sache diesmal nicht auf sich beruhen zu lassen, beschwerten sich die Eltern beim burgenländischen Landesschulrat. Dieser gab ihnen nun Recht und versprach, das Thema landesweit zu regeln. Die vorläufige Bilanz: seit einer Woche ist im betroffenen Gymnasium das Morgengebet Geschichte.

Morgendliche Schulgebete haben in öffentlichen Schulen nichts verloren. Dies wurde nun im Burgenland bestätigt, doch die österreichische Verfassung gilt bundessweit. Der Meldestelle der „Initiative Religion ist Privatsache“ liegen zahlreiche weitere Beschwerden vor, die meisten aus Niederösterreich. Und gerade in diesem Bundesland dürfte der Landesschulrat besonders träge sein bei der Behandlung von Beschwerden, die das Recht auf eine weltanschaulich neutrale (öffentliche) Schule betreffen. Ein spannendes Jahr 2013 dürfte in Sachen Schulgebet also bevorstehen.

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20121210_OTS0070/morgengebet-in-oeffentlichen-schulen-erfolgreicher-widerstand

http://kurier.at/chronik/burgenland/wer-will-der-darf-gebet-im-klassenzimmer/1.763.385

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Ernsthafte Fragen im Zusammenhang mit dem Heiligen Nikolaus

Sehr geehrte Frau Bundesvorsitzende* Kickingereder,

Ich habe heute folgenden Artikel im Standard-Online gelesen http://derstandard.at/1353208181919/Das-Ende-der-Strenge-Verhaltensregeln-fuer-den-Nikolaus
Darin heißt es: »Der Nikolaus dürfe natürlich auch eine Frau sein, denn es gehe um die Botschaft, nicht um das Geschlecht.«

Da der Heilige Nikolaus unbestritten ein Mann war – und noch dazu als Bischof von Myra nur ein Mann sein konnte –, ist für mich diese Änderung bzw. Neuerung doch etwas verwirrend. Diese wirft nämlich eine ganze Menge ernsthafte Fragen auf, weil sie doch das Dogma und somit den Sockel, auf dem die Kirche aufgebaut ist, doch regelrecht erschüttert. Denn wenn die Rolle des Heiligen Nikolaus nun auch von Frauen gespielt werden kann und darf, frage ich mich u. a. wie die konkrete Handhabung bzw. Regelung bei der katholischen Jungschar aussieht bzw. vorgesehen ist. Continue reading

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Ethikunterricht – Gut oder Schlecht?

Norwegen gilt als Vorreiter eines Ethikunterrichts, der Religion und Lebensphilosophie vereint. In Österreich wollen die öffentlichen Schulen den katholischen Religionsunterricht konfessionsübergreifender ausrichten. In Frankreich fehlt “laizistische Moral” noch immer auf dem Lehrplan, weshalb die Staatsbürgerkunde ihr Bestes tut, um die Schüler zu einem bewussteren Miteinander zu erziehen.

Aus dem Video: Schwester Katharina (Religionslehrerin): “Dann wissen Sie, dass diese Lösung “Ethik für ALLE” und “wer will geht noch in Religion” heisst, dass kaum jemand mehr in Religion geht.” Eytan Reif (Initiative Religion ist Privatsache): “Aber das ist eine ehrliche Lösung.”

http://www.arte.tv/de/pflichtfach-ethik-gut-oder-schlecht-der-blogger/7094998,CmC=7095000.html

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Gutachten: Schulversuch “Ethikunterricht” verfassungswidrig?

(IRiP) Während die ÖVP alle Schüler, die einen Religionsunterricht nicht besuchen, mit allen Mitteln zwingen will, einen Ethikunterricht zu besuchen, werden immer mehr Stimmen laut, die den derzeit geltenden Schulversuch „Ethikunterricht“ rechtlich infrage stellen. Aus diesem Grund hat „Initiative Religion ist Privatsache“ nun ein juristisches Gutachten zur Klärung der noch offenen Fragen in Auftrag gegeben.

Initiative-Vorstand Eytan Reif dazu: „In ihrem Bericht vom 1.10.2012 zur möglichen flächendeckenden Einführung eines Ethikunterrichts, räumte Unterrichtsministerin Schmied ein, dass das derzeit gültige Modell, das für die ÖVP das bevorzugte Modell darstellt, mit rechtlichen Bedenken behaftet sei. Diese Bedenken wurden jedoch am 20.11.2012 im Rahmen der Sitzung des Unterrichtsausschusses glatt ignoriert. Das ist nicht nur grob fahrlässig sondern demokratiepolitisch eine Schande!“.

Reif gab zudem bekannt, dass der Meldestelle, die von der Initiative betrieben wird, jetzt schon zahlreiche Beschwerden in Zusammenhang mit dem Ethikunterricht vorliegen. „Der Schulversuch ‚Ethik’ funktioniert schon lange nicht so reibungsfrei, wie uns gerne eingebläut wird“, so Reif abschließend.

Unterstützung erhält dieses Vorhaben von der Aktion Kritischer Schüler (AKS). AKS-Vorsitzende Tatjana Gabrielli verspricht sich von dem Gutachten eine „erste seriöse rechtliche Behandlung des Spannungsfelds Religions- und Ethikunterricht“ bevor „faule politische Kompromisse und eine typische schleißige Gesetzgebung zur Verewigung der bereits jetzt spürbaren Rechtsunsicherheit führen werden“.

http://www.kleinezeitung.at/steiermark/murtal/3182722/ethikunterricht-soll-bald-allen-schulen-geben.story

http://derstandard.at/1353208134081/Ganztagsschule-SPOe-und-OeVP-offenbar-einig

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Erstmals Strafanzeige gegen zwei religiöse Beschneider eingebracht

Für die Abschaffung kirchlicher PrivilegienWährend im Deutschen Bundestag ein umstrittener Gesetzentwurf über die medizinisch nicht indizierte Knabenbeschneidung behandelt wird, wurde nun in Wien von der “Initiative gegen Kirchenprivilegien” Anzeige wegen Körperverletzung gegen den jüdischen Gemeinderabbiner und einen auf islamische Beschneidung spezialisierten Arzt erstattet.

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20121129_OTS0251/erstmals-strafanzeige-gegen-zwei-religioese-beschneider-eingebracht

http://derstandard.at/1353207708050/Aktivisten-zeigen-Wiener-Rabbiner-und-muslimischen-Arzt-wegen-Beschneidung-an

http://beschneidungsdebatte.info/

http://pro-kinderrechte.de/

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König-Abdullah-Zentrum: “Initiative Religion ist Privatsache” erstattet Amtsmissbrauchsanzeige

Wien, 26.11.2012. Amtsmissbrauch, verdeckte Finanzierung und unerlaubte Einflussnahme auf eine Ausschreibung – so lauten die schweren Vorwürfe, die einer ersten Anzeige betreffend der Errichtung des „König Abdullah bin Abdulaziz Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog“ (KAICIID) zu entnehmen sind.

Details zu dieser Anzeige wurden heute im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz der laizistischen „Initiative Religion ist Privatsache“ und der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien erstmals bekanntgegeben.

Konkret handelt es sich um Ungereimtheiten, die den Verkauf des Wiener Palais Sturany, dem künftigen Sitz des KAICIID, an Saudi Arabien begleitet haben. Dank einer gesetzlich nicht gedeckten Verbalnote des Außenministeriums wurde nämlich der Kauf der Liegenschaft steuerfrei abgewickelt und somit dem Käufer ein Vorteil verschafft, der nicht nur die Republik, je nach Schätzung, zwischen EUR 600.000 und 1.000.000 gekostet hat, sondern möglicherweise auch dazu geeignet war, das Ergebnis der Ausschreibung zu beeinflussen.

Sehr problematisch ist auch ein weiterer Aspekt der Verbalnote: diese geht nämlich von einem bestehenden KAICIID aus, noch bevor das Übereinkommen dem Ministerrat vorgelegt bzw. von den Vertragsparteien unterzeichnet wurde.

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Religions- und Ethikunterricht: Gleichwertige Alternativen? Aufzeichnung der Podiusmdiskussion

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Ethik- und Religionsunterricht: Podiumsdiskussion veranschaulicht mangelnden gesellschaftlichen Konsens

(RIP) Auf Drängen der ÖVP – und insbesondere der katholischen Kirche – dürfte die flächendeckende Einführung eines Ethikunterrichts bevorstehen. Und zwar ausschließlich als Pflichtfach für jene Schüler, die den Religionsunterricht nicht besuchen. Sind aber Ethik und Religion überhaupt gleichwertige Alternativen? Mit dieser Frage befasste sich ein, erstmals in Österreich, weltanschaulich breit gestreutes Expertenteam im Rahmen einer Podiumsdiskussion, die von der „Initiative Religion ist Privatsache“ am Vorabend des Nationalfeiertages veranstaltet wurde.

Gleich zu Beginn der – bestens besuchten – Veranstaltung in der Aula am Campus der Uni Wien stellte der Wiener Philosoph und Ethikexperte Konrad Paul Liessmann klar, dass fundamentale Unterschiede zwischen „Ethik“ und „Religion“ eine Behandlung beider Begriffe in einem Atemzug verhindern. Dem Vorhaben, einen Ethikunterricht flächendeckend als „Ersatzpflichtgegenstand“ zum Religionsunterricht einzuführen, sei daher jegliche fachliche bzw. sachliche Basis entzogen.

Aufsehen erregte Liessmann zudem mit der Bemerkung, dass er im Rahmen des Diskurses eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Zielsetzung und Inhaltgestaltung des Ethikunterrichts als künftigem Pflichtfach für alle Schüler vermisse. Liessmann zeigte sich zudem verwundert, dass im Rahmen des Religionsunterrichts, entgegen der Kernkompetenz der Glaubensvermittlung, vermehrt auf Ethik und andere Religionen eingegangen wird.

Verpflichtenden Ethik- und Religionenunterricht für alle

Nationalrat und Bildungssprecher der Grünen Harald Walser bezog sich hingegen auf seine Praxis als Schuldirektor und plädierte wiederholt für die Einführung eines für alle Schüler verpflichtenden Ethik- und Religionenunterrichts. Dieser gehöre vom Religionsunterricht entkoppelt, um eine freie und sachliche Auseinandersetzung mit den zentralen Fragen, die die österreichische Gesellschaft beschäftigen, zu ermöglichen. Dieser Forderung schloss sich auch der Theologe Anton Bucher, der sich mit der Evaluierung des Schulversuchs Ethikunterricht intensiv befasst hat, an. Für Bucher haben „Ethik“ und „Religion“ in einem gemeinsamen Fach zu verschmelzen.

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